Andresen, Felicitas

Felicitas Andresen:

Die Frau mit den 3 Händen

Die neunjährige Jessica lebt mit ihrer Mutter, einer Schauspielerin, im Nachtkriegs-Stuttgart. Sie verbringt viel Zeit alleine - äußerlich. In Wirklichkeit hat sie allerlei Gefährten, die sie sich ausdenkt. Sie sprüht vor Phantasie und außerdem arbeitet sie auch, sie ist "Funkkind" beim Radio.

In große Aufregung versetzt sie das Angebot, den Puck in Shakespeares "Sommernachtstraum" zu spielen. Der schmale Roman erzählt auf berührende Weise von einem kargen Leben, das von früher Verantwor-tung geprägt ist, und er erzählt von der Wirkmacht der Phantasie und der Schönheit. Beiden stehen die Realität entgegen, die Umstände, eifer- und herrschsüchtige Menschen. Doch Jessica behauptet sich, ohne sich selbst aufzugeben.

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Felicitas Andresen:

Sex  mit Hermann Hesse

Eine geistreiche, (selbst)ironische und trocken humorvolle Begegnung mit einem Heiligen der Dichtkunst - so könnte man den Roman umreißen. Geschrieben wurde er von einer "Aufsichtsbeauftragten" des Hesse-Museums in Gaienhofen am Bodensee. Dort verdient sich die Autorin ein kleines Zubrot als Betreuerin. Sie nutzt die Zeit, um sich mit der Mentalität der Besucher, den manchmal komplizierten Beziehungen der Mitarbeiter untereinander, vor allem aber mit dem Werk Hesses auseinanderzusetzen. Sie tritt in einen sehr persönlichen Dialog mit dem Dichter und scheut sich nicht, freche Fragen zu stellen. An ihn, an sich, an die Dichtung.

Mit witzigen Episoden und an Thomas Bernhard erinnernden Qualitäten enthüllt sie Offensichtliches, das lange ungesehen blieb. 

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